Das erste Opfer des Krieges

Das erste Opfer des Krieges

Wenn die Ereignisse sich überschlagen, halte ich es für wenig sinnvoll, über deren Ursachen und die Frage zu schreiben, wohin sie in Zukunft führen werden. Um das zu verstehen, muss man abwarten und die Fäden verschiedener Handlungsstränge zusammenführen, die sich zwar gleichzeitig abspielen, aber (zumindest scheinbar) nichts miteinander zu tun haben. Ich fürchte, es wird nicht mehr lange dauern, bis die – meiner Meinung nach tragischen – Entwicklungen all dessen, was die Menschheit nunmehr seit zwei Jahren durchlebt, an ihrem Endpunkt angelangt sind. Um es kurz zusammenzufassen: Wir haben die vorgetäuschte „Pandemie“ von Sars-Cov-2 erlitten. Heute wissen wir sehr wohl, wo sie ihren Ursprung hatte (Link 1, Link 2, Link 3) und wer sozusagen ihr „Erfinder“ war. In Wirklichkeit müsste man sagen „die Erfinder“, die im Grunde immer dieselben sind. Es sind etwas mehr als hundert mächtige Familien und Autokraten auf der Welt, die – und ich betone: in gegenseitigem Einvernehmen – beschlossen haben, in welche Richtung sich die Menschheit innerhalb kurzer Zeit verändern sollte. Zu dieser Gruppe gehören, neben den üblichen Familien Rothschild, Rockefeller & Co., die Nomenklatura der chinesischen Mandarine (mit denen, wie Nicoletta Forcheri treffend hervorgehoben hat, gerade die Rothschilds seit Jahren im Geschäft sind), der Vatikan, die Mafia und Wladimir Putins Russland (vielleicht der einzige, der in gewisser Hinsicht noch etwas mehr der „alten Schule“ verhaftet ist). Sie haben dies übrigens auf ihren verschiedenen, mittlerweile fast legendären Treffen der Bilderberg-Gruppe oder des Weltwirtschaftsforums von Klaus Schwab und seiner Agenda 2030 alles gut und öffentlich dargelegt. Ihr werdet nichts besitzen und ihr werdet glücklich sein (und von morgens bis abends kontrolliert werden). So lässt sich ihr Motto zusammenfassen. All dies mit Hilfe der Technologie. Die gesamte Operation wurde von langer Hand vorbereitet und die Methoden, mit denen sie eingeführt wurde, waren vielfältig. Auf internationaler Ebene wurde die Spannung durch diverse farbige Revolutionen hoch gehalten, sowie durch Anschläge in verschiedenen Ländern, an deren extremistische Täter (meist Araber) höchstens Grundschulkinder oder das dumme Wahlvolk (also 90 Prozent der Menschheit) glauben können. Um den Weg für eine Änderung der Lebensweise zu ebnen, sorgten hingegen politische Bewegungen wie die „5 Sterne“ in Italien oder die Grünen in Deutschland, neben der Heldin des Protests gegen den „Klimawandel“ Greta Thunberg und den lobotomisierten „Klima-Schwachköpfen“ (gretini) jeden Alters, die wie von Zauberhand auf dem ganzen Globus wie Pilze aus dem Boden schossen (die Mutter der Idioten ist eben immer schwanger, hätte man früher außerhalb der Political Correctness gesagt). Schließlich kam der Krieg in der Ukraine. Wie in allen Kriegen ist das erste Opfer, das den Preis zahlt, die Wahrheit. Die einzige Gewissheit ist, dass die ukrainische Bevölkerung keiner der beteiligten Parteien am Herzen liegt, Europa eingeschlossen. Ein „seltsamer“ Krieg, der nie offiziell erklärt wurde, zwischen Russland, dem Eindringling, und der Ukraine, der Angegriffenen. Die Geschichte beginnt, wie wir wissen, weit in der Vergangenheit. Zumindest was die eine Seite der Medaille betrifft. Und zwar bei der ständigen Verletzung der beim Fall der Berliner Mauer getroffenen Vereinbarungen zwischen der ehemaligen Sowjetunion und der NATO über die Achtung der Neutralität der ehemaligen sowjetischen Gebiete (einschließlich der Ukraine), und bei der Behandlung der russischsprachigen Bevölkerungen des Donbass, mit der Anerkennung der Unabhängigkeit der beiden Republiken Donezk und Lugansk durch Russland. Diesbezüglich sei auf die hervorragende Arbeit von Giorgio Bianchi verwiesen, einem der wenigen echten Journalisten, der vor Ort (zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels) darüber berichtet, wie sich die Dinge wirklich abspielen und wie sie sich in der Vergangenheit abgespielt haben. Dennoch bleibt die allgemeine Situation zu analysieren. Wie ich schon sagte, gehört auch Russland zu der Machtgruppe, die die zukünftige Welt unter sich aufteilen will. Ich glaube jedoch, dass es auf dem Weg zu diesem Ziel zu regelrechten Zusammenstößen zwischen den beteiligten Akteuren kommt. In diesem Fall zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien, die die NATO als Deckmantel nutzen, auf der einen Seite, und Zar Wladimir auf der anderen. Die ersten beiden haben versucht, dem Rivalen einen schweren Schlag zu versetzen, ohne jedoch zu berechnen, dass dieser in Wahrheit ein viel zäherer Brocken ist, als sie dachten. Wenn wir dem die Tatsache hinzufügen, dass China (das eigentliche Ziel Washingtons) sich mit Russland zusammengetan hat, um eine gemeinsame Front zu bilden, erscheint das Bild zumindest problematisch.

 

Leb wohl, Dollar, leb wohl

Abgesehen von der sicherlich stattfindenden Einkreisung des russischen Territoriums durch die NATO und dem in der Ukraine unternommenen Versuch, bei dem der Alte Kontinent (wie üblich) nach Belieben benutzt wurde, steht nun die monetäre Vormachtstellung und der (von allen konkurrierenden Akteuren gewollte) Übergang zur digitalen Währung auf dem Spiel. Der erste Schritt? Putins gewaltiger Stoß gegen den Dollar, indem er die Bezahlung des wertvollen russischen Gases (zumindest für Europa, den eigentlichen Verlierer dieser ganzen Kontroverse) in Rubel und nicht mehr in Euro oder Dollar verlangte, hat einen Punkt ohne Wiederkehr markiert. Der Goldpreis in Rubel ist niedriger als der in Dollar. Der Petrodollar, der 1971 die Bretton-Woods-Abkommen ablöste, ist an seiner Endstation angelangt. Russland und China haben entschieden, dass es an der Zeit sei, ihn in Rente zu schicken. Aber Vorsicht, all dies ist nicht das Spiel der Guten gegen die Bösen (in diesem Fall der Russen gegen die Amerikaner). Ich gehöre absolut nicht zu denjenigen im Netz, die sich bei dem bloßen Gedanken die Hände reiben, dass die Globalisierung am Ende sei. Die Globalisierung, wie wir sie bisher verstanden haben, ja. Aber die Eliten haben sie transformiert und eine Form der digitalisierten globalen Kontrolle erdacht. Es ist kein Zufall, dass Russland die Bezahlung für seine Rohstoffe auch in Bitcoin akzeptiert. Denn auch die Russen wissen sehr wohl, dass die digitale Währung (die leider die Zukunft des Handelsauslandsgeschäfts jeglicher Art ist) eine nahezu totale soziale Kontrolle ermöglicht. Abgesehen davon, dass man perfekt weiß, wo sich ein Individuum befindet und was es tut, könnte es, wenn es sich nicht an das Diktat der Herrschenden hielte oder die ihm auferlegten Regeln überträte, sofort durch die umgehende Sperrung des Kredits bestraft werden, was ihm de facto das Leben unmöglich machen würde. Genau so, wie es derzeit in China in mehreren Regionen geschieht, und deren Modell dasjenige ist, von dem sich die „liberalen Sozialisten“ à la Mario Draghi* inspirieren lassen. Deshalb gab es zuerst die „Pandemie“ und jetzt den Krieg. Alles war bereits geplant, so wie auch die Klimawandlungen geplant sind. Alles zielt auf ein einziges Ziel ab: Die Welt wird in drei Machtblöcke aufgeteilt. Der angloamerikanische Block auf der einen Seite, mit Kanada, Australien und diversen Kolonien; der chinesisch-russische Block auf der anderen Seite, mit Indien und anderen an ihre Volkswirtschaften gebundenen Ländern; und schließlich Europa, oder besser gesagt das, was davon übrig bleiben wird. Das schwächste Glied sind nämlich wir, zerquetscht zwischen den amerikanischen Interessen einerseits und dem Mangel an Rohstoffen andererseits. Wir waren, besser gesagt wir sind, der leckerste Bissen. Wir sind ein relativ reicher Kontinent und verfügen, insbesondere wir Italiener, über die weltweit größte Anzahl an Kunstwerken und eine hohe Quote an privatem, mobilem und immobilem Reichtum. Ich muss lachen über diejenigen, die im Netz behaupten: „Die Globalisierung bricht zusammen“, oder „alles stürzt ein. Wir haben gewonnen“, oder auch „Putin ist der letzte Paladin gegen die Globalisierung“. Putin ist zweifellos ein hervorragender Politiker der alten Schule, und er vertritt zuallererst die Interessen seiner Nation, aber er ist kein Heiliger, nicht mehr und nicht weniger als die anderen. Auch er hat ein klares Ziel: sich ein Stück vom globalen Kuchen abzuschneiden. Der einzige Unterschied ist, dass er es mit einer Art von Ethik tut, die seine Gegner/Komplizen schon lange nicht mehr anwenden. Oder die sie vielleicht nie angewandt haben. Wie man so schön sagt: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Oder besser gesagt, ab und zu versuchen sie es, vielleicht in der Hoffnung, den Gegenspieler unvorbereitet zu erwischen, aber das Endziel haben alle immer fest im Blick. China, das inzwischen zu einem wirtschaftlichen und technologischen Giganten herangewachsen ist, ist der wahre Gegenspieler der Vereinigten Staaten (die es anfangs begünstigt hatten in dem Glauben, die industrielle Massenproduktion dorthin verbannen zu können, ohne jedoch zu erkennen, dass sie die westlichen Unternehmen bei der strategischen Industrieproduktion davon abhängig gemacht haben). Das chinesische Reich verfügt über eine große Macht in der Baulogistik, was Russland zugutekommen kann, das im Gegensatz dazu – mit Ausnahme von Moskau und Sankt Petersburg (also dem „europäischen“ Teil seines Territoriums) – über riesige Rohstoffmengen, aber nicht über die Infrastruktur verfügt. Daher haben sich die Chinesen und Russen für einen gegenseitigen Austausch in diesem Sinne verbündet. Wladiwostok stellt insbesondere die Speerspitze dieses Bündnisses dar, da es als Hafen am Japanischen Meer, also am Pazifik, an der Grenze zu China und Nordkorea liegt und durch die Beringstraße eine Alternative für den Warentransport über die Nordroute darstellt (die nun mit der Eisschmelze eine mehr als brauchbare Alternative zu den üblichen, meist vom gegnerischen Wirtschaftsblock kontrollierten Routen ist). Sowohl China als auch Russland haben in den letzten Jahren große Mengen Gold auf den Weltmärkten gekauft, und dies gerade in Voraussicht auf eine „Abkopplung“ vom Petrodollar. Nach den Vereinigten Staaten sind die größten Goldbesitzer der Welt Deutschland und eben wir, gefolgt von den Franzosen und den Schweizern. Wir Europäer sind also wie ein großer Kuchen, der aufgeteilt werden muss. Was daraus folgt, ist leicht vorherzusehen.

 

Woher unsere politische Klasse kommt

Wie gesagt, wer am Ende den Kürzeren zieht, wird in erster Linie der Alte Kontinent sein, der über keine eigenen Energieressourcen verfügt und mitansehen muss, wie seine Industrie und das verarbeitende Gewerbe in Rauch aufgehen. Die ersten Vorboten sind bereits in vielen Ländern deutlich zu erkennen, unser Land – das muss man wohl nicht extra erwähnen – gehört zu den ersten. Die Inflation hat fast überall zu galoppieren begonnen, und am Ende wird das Resultat eine echte Katastrophe sein. Die europäischen Regierenden, ohne Ausnahme, gehören zu jener Führungsschicht, die entweder unfähig (und deshalb zum Regieren ausgewählt) oder mitschuldig ist, da sie genau innerhalb der institutionellen, schulischen, universitären, politischen und sozialen Einrichtungen der Eliten, die die Welt beherrschen, herangewachsen ist. Diesbezüglich sei auf das ausgezeichnete Buch von Davide Rossi La Fabian Society e la pandemia verwiesen. Sie sind ein Haufen von Emporkömmlingen (Parvenüs), die uns nicht in unserem Interesse regieren, sondern im Interesse der Eliten, die sie ausgebildet und an die Macht gebracht haben. All das vor dem Hintergrund der schuldhaften Ablenkung der Massen, die über das neueste Handymodell, den Fußballverein der Woche oder die Ratschläge der (natürlich künstlich geschaffenen) Influencer eingenickt sind, welche Konsumgüter aller Art propagieren und ab und zu Perlen politischer oder sozialer Weisheit verteilen, denen man folgen sollte. Zwei Jahre „Pandemie“ haben deutlich gezeigt, wie es einigen wenigen, über jede Vorstellungskraft hinaus reichen Individuen gelungen ist, den ganzen Rest der Menschheit gegeneinander aufzuhetzen. Und all das, indem man sie durch die mächtigen Instrumente der völlig unterwürfigen Medien glauben ließ, dass man nicht gegen das kämpfen müsse, was man früher das „System“ genannt hätte, sondern vielmehr dafür. Natürlich im Namen des „Gemeinwohls“ und zur Bekämpfung von Notständen (die von ihnen selbst ad hoc geschaffen wurden). Nicht einmal die Nazi-Propaganda hat so viel erreicht. Die Diktatoren brauchten Gewalt, um die Bevölkerung dazu zu bringen, zähneknirschend (obtorto collo) zu gehorchen. Stattdessen haben sich die Opfer zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit freiwillig allen möglichen Schikanen ihrer Henker unterworfen. Ich wiederhole: aus Angst, aus Erschöpfung, aus Feigheit oder aus bloßer Nachgiebigkeit, die durch eine induzierte kollektive Hypnose verursacht wurde. Ich würde sagen, es bleibt nur wenig Hoffnung auf eine Rückeroberung der Positionen durch die Völker der Welt. Auch wenn sie sich in der absoluten Mehrheit befinden, ist die Position, an der sie angelangt sind, von einer solchen Schwäche, dass sie keinen Raum für die Hoffnung auf einen allgemeinen Aufstand lässt. Die Aufstände, wie wir in dieser Zeit leider mehrfach gesehen haben (Kanada, Australien, Frankreich… Italien selbst), wurden stets mit Gewalt zum Schweigen gebracht, auch dank der ruhigen Nachgiebigkeit der „Rebellen“, die sich immer noch der Illusion hingeben, man könne von den Institutionen Gerechtigkeit erwarten, da sie diese für super partes und dem „Wohl des Volkes“ verpflichtet halten. In Wirklichkeit wurde die schmale Grenze zwischen Legalität und Illegalität von denen, die uns vor der wirtschaftlichen Macht hätten schützen sollen, längst überschritten. Jetzt ist es diese selbst, die die Rolle der Legislative und Judikative übernommen hat. Und leider sehe ich keine Möglichkeit, sie aufzuhalten.

 

Die Eurogendfor

Was mir außerdem unvermeidlich erscheint, ist der Bürgerkrieg in verschiedenen Ländern, denn wenn es hart auf hart kommt (und meiner Meinung nach wird das viel früher der Fall sein, als man denken mag), wird der soziale Konflikt zwischen diesen Eliten und der unteren Mittelklasse unvermeidlich sein. Wie Cato der Zensor sagte: „Der Magen hat keine Ohren“. Und es wird sehr bald viele leere Mägen geben. Ich denke, die Versuche, sie mit einer Art universellem Grundeinkommen (das in verschiedenen Varianten in verschiedenen Teilen der Welt, einschließlich Italien, bereits erprobt wurde) zu besänftigen, werden vergeblich sein, und das Eingreifen repressiver Gewalt wird der einzige Weg sein, um die Wut des Volkes einzudämmen. Erinnern Sie sich an die Eurogendfor? Wahrscheinlich nicht. Es handelt sich um jene militärische Truppe, die auf dem Europäischen Rat in Nizza im Dezember 2000 gegründet und mit dem Vertrag von Velsen 2007, der von Frankreich, Spanien, Portugal, den Niederlanden und natürlich Italien unterzeichnet wurde, endgültig offiziell gemacht wurde. Ihr Hauptsitz befindet sich in Vicenza (wo sich, welch Zufall, einer der wichtigsten amerikanischen Stützpunkte in Europa befindet). Der Vertrag besteht aus 47 Artikeln, und darunter liest man interessante Dinge. Ihre Aufgaben sind: „Einsätze zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und öffentlicher Ordnung durchzuführen; lokale Polizeikräfte bei der Erfüllung ihrer üblichen Aufgaben, einschließlich strafrechtlicher Ermittlungen, zu überwachen, zu beraten, anzuleiten und zu kontrollieren; Aufgaben der öffentlichen Überwachung, Verkehrsregelung, Grenzkontrolle und allgemeinen Aufklärung wahrzunehmen; strafrechtliche Ermittlungen durchzuführen, Straftaten aufzudecken, die Täter aufzuspüren und sie den zuständigen Justizbehörden zuzuführen; Personen und Eigentum zu schützen und die Ordnung bei öffentlichen Unruhen aufrechtzuerhalten“ (Art. 4). Der Aktionsradius: „EUROGENDFOR kann der Europäischen Union (EU), den Vereinten Nationen (UN), der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) sowie anderen internationalen Organisationen oder Ad-hoc-Koalitionen zur Verfügung gestellt werden“ (Art. 5). Der Hauptsitz und die Kommandozentrale: „die multinationale Polizeitruppe mit militärischem Status, bestehend aus dem permanenten multinationalen, modularen und verlegefähigen Hauptquartier mit Sitz in Vicenza (Italien). Die Rolle und Struktur des permanenten Hauptquartiers sowie sein Einsatz bei Operationen werden vom CIMIN – das heißt – dem Hohen Interministeriellen Ausschuss gebilligt. Er bildet das Entscheidungsorgan, das EUROGENDFOR leitet“ (Art. 3). Die EGF genießt völlige Immunität: Räumlichkeiten, Eigentum und Archive sind unverletzlich (Art. 21 und 22); die Kommunikation darf nicht überwacht werden (Art. 23); Schäden an Eigentum oder Personen können nicht entschädigt werden (Art. 28); die Gendarmen können von der Justiz der Gastländer nicht strafrechtlich verfolgt werden (Art. 29). Wie man deutlich sieht, eine Reihe von Privilegien, die in einem Rechtsstaat unvorstellbar sind. Am 14. Mai 2010 hat die Abgeordnetenkammer der Italienischen Republik das Abkommen ratifiziert. Anwesend 443, Abstimmende 442, Enthaltungen 1. 442 haben mit Ja gestimmt: alle, ausnahmslos. Wenn sich ein Teil der „regulären“ Ordnungskräfte, wie ich glaube, auf die Seite der Unterdrückten stellt – wen, glauben Sie, werden die Unterdrücker dann einsetzen, um die Revolte einzudämmen und die Rebellen in die Knie zu zwingen? Der Nachwelt das schwere Urteil (Ai posteri l’ardua sentenza).

  • Apropos Letzterer: All denjenigen, die behaupten, es handele sich um eine Regierung von Inkompetenten, die Italien seit zwei Jahren führt, antworte ich, dass dem nicht so ist: Sie wissen ganz genau, was sie tun (es wird ihnen gesagt, was sie tun sollen), und sie tun es gut. Zumindest aus ihrer Perspektive.

Die beste aller möglichen Welten

Die beste aller möglichen Welten

Die „Pandemie“, die Impfstoffe, die Masken… die Hauptthemen, von denen man von morgens bis abends überall hört, im Fernsehen, in den sozialen Medien, auf der Straße. Mittlerweile hat man sich an diese Themen gewöhnt und nimmt sie praktisch als selbstverständlich hin. Ein bisschen so, als spräche man über das Wetter, wenn man nicht so recht weiß, worüber man sonst reden soll. Mittlerweile wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dass Freiheit darin besteht, sich mit der für sich selbst am geeignetsten erachteten Methode und so schnell wie möglich impfen (oder markieren, wie das Vieh, je nach Sichtweise) zu lassen, und nicht in der Möglichkeit, sich nicht impfen lassen zu wollen – was im Gegenteil als die schändlichste aller sozialen und sogar moralischen Verfehlungen angesehen und an den Pranger gestellt wird (darüber habe ich in diesem Artikel geschrieben). Wer auch nur Zweifel hegt, sich die rettende Flüssigkeit injizieren zu lassen, wird auf den Index gesetzt und als Ausgestoßener und Seuchenverbreiter betrachtet. Dieses Werk der „Markierung“ wird durch die diversen Hilfstruppen der „Information“ ins Werk gesetzt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit wiederholen die üblichen Gesichter von „Experten“, Meinungsführern und Politikern endlos die Litanei, die sie propagieren sollen, ungeachtet ihrer eigenen Kompetenz und Fähigkeit zu begreifen, was sie da bis zum Erbrechen wiederholen. Und das geschieht überall, in jedem Land, mal mehr, mal weniger und mit Methoden, die sich je nach der Kultur des jeweiligen Landes ändern. Bei uns, in Italialand, gesellen sich zu diesem ununterbrochenen Dauerfeuer noch andere begleitende Ablenkungsmanöver hinzu – teils, weil sie typisch für unsere Kultur sind, teils, weil wir, wie ich schon bei anderen Gelegenheiten betont habe, ein perfektes Volk für soziale Experimente im großen Stil sind. Der zeitlich jüngste ist die Diskussion über das sogenannte „Zan“-Gesetz (genauer gesagt ein Gesetzentwurf), das in der Abgeordnetenkammer verabschiedet wurde und nun im Senat diskutiert wird. Bei diesem Gesetzesvorhaben wäre insbesondere Artikel 4 genauer zu prüfen und zu vertiefen, da er (sollte das Gesetz in seiner jetzigen Form durchgehen) die Möglichkeit bietet, jeden wegen Meinungsdelikten anzuklagen, der Gedanken äußert, die nicht der Political Correctness entsprechen und die irgendjemanden bei Themen sexueller oder „inklusiver“ Natur (ein Begriff, der einer bestimmten politischen Seite so teuer ist und der absichtlich für sich genommen nichts Konkretes bedeutet) „beleidigen“ könnten. Aber ich werde mich jetzt hier nicht damit aufhalten. Es wird noch andere Gelegenheiten geben. Es gibt jedoch einen Aspekt dieser ganzen „surrealen“ Situation, der meiner Meinung nach noch nicht ausreichend beleuchtet wurde. Es handelt sich um die enge Verbindung, die in Wirklichkeit zwischen der „Pandemie“, den zu ihrer „Kontrolle“ erlassenen Einschränkungen, den Impfstoffen und… der „ökologischen Wende“ sowie der sogenannten „Digitalisierung“ besteht. Scheinbar hängen diese Themen nicht zusammen, aber bei näherer Betrachtung lassen sich die Fäden zusammenführen. Fangen wir mit den letzten beiden an.

 

Klima, Ökologie und Bits in Hülle und Fülle

Im April hat die Europäische Union (Rat und Parlament) eine politische Einigung erzielt (die vor wenigen Tagen bestätigt wurde), welche das Ziel der Klimaneutralität (d. h. die Fähigkeit der Erde, die produzierten Treibhausgasemissionen zu absorbieren) der EU bis 2050 sowie ein kollektives Ziel zur Senkung der Netto-Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent bis 2030 gegenüber dem Niveau von 1990 gesetzlich verankert. Im Anschluss an diese Entscheidung, oder besser gesagt danach, fällte das Bundesverfassungsgericht in Deutschland ein von allen Medien als „historisch“ bezeichnetes Urteil: „…Die Vorschriften des Klimaschutzgesetzes vom 12. Dezember 2019… sind insoweit mit den Grundrechten unvereinbar, als hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsminderung ab dem Jahr 2031 fehlen. Das Klimaschutzgesetz verpflichtet die Bundesregierung, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu mindern… die Beschwerdeführer, von denen einige noch sehr jung sind, seien durch die angegriffenen Vorschriften in ihren Freiheitsrechten verletzt.“ Tja, „die jungen Leute“, denn viele der Beschwerdeführer gehörten genau jenen Jugendbewegungen an, die sich auf Greta Thunbergs „Fridays for Future“ berufen. Welch ein Zufall. Und die deutsche Regierung, so sensibel für die Anliegen der Jugend (oder vielleicht ihrer eigenen Unternehmerklasse?), hat sofort nachgelegt und das Emissionsminderungsziel Deutschlands für 2030 von 55 auf 65 Prozent angehoben. Das Bundeskabinett beabsichtigt, in naher Zukunft eine entsprechende Änderung des Klimaschutzgesetzes zu verabschieden. Die Ersatzenergie für Kohle und Braunkohle, die die deutsche Industrie in Zukunft am Laufen halten soll, wird höchstwahrscheinlich Wasserstoff und die Kernenergie mit Dual-Fluid-Reaktoren (um es klar zu sagen: die Reaktoren, die auf U-Booten installiert sind) sein, aber vorerst bleibt Gas die praktikabelste Energiequelle als Kohleersatz. Daher auch das Abkommen mit dem „bösen“ Putin über den Bau der Erweiterung der Gaspipeline durch die Ostsee, die sogenannte „Nord Stream 2“, die zuerst vom anderen Bösewicht Trump und jetzt vom guten Biden so vehement bekämpft wurde. Bekämpft natürlich nicht, weil jemand an das Märchen von der Bosheit des russischen „Feindes“ glaubt, sondern weil die Vereinigten Staaten ihr Schiefergas nach Europa exportieren müssen. Die deutsche Regierung versucht also, es allen recht zu machen, um niemanden zu verärgern. Ein Meisterwerk der Wirtschaftsdiplomatie, um das zu bekommen, was sie braucht: Exportieren, was das Zeug hält, ist das Ziel, von dem nicht abgewichen werden darf, also… Also rüstet sich die deutsche Industrie, der wahre Panzer der „Lokomotive Europas“, in jeder Hinsicht. Sie muss ihre Produktionsmittel umrüsten, auch durch Digitalisierung (die, wie wir sehen werden, nicht nur diesem Zweck dient), aber um das zu tun, muss sie beträchtliches Kapital investieren. Was läge also näher, als diese „Wende“ alle „Kunden“ selbst bezahlen zu lassen, d. h. die europäischen Bürger, über die (vorgetäuschten) Finanzierungen des Recovery Fund (der eigentlich, so die Worte, für die Schäden der „Pandemie“ dienen sollte)? Aber wie stellt man das an? Ganz einfach! Zuerst muss man einen Verbündeten finden, der denselben Bedarf an industrieller Umrüstung hat (lies: Frankreich), dann übt man politischen Druck aus, damit die Entscheidung, sie anzunehmen, von allen anderen Ländern getroffen wird (es muss eine absolute Mehrheit geben). Danach weist man die Aufsässigen zurecht, damit sie dieses „Zäpfchen“ schlucken, das größtenteils aus Krediten besteht, die mit Zinsen zurückgezahlt werden müssen (für Italien sind rund 191,5 Milliarden vorgesehen, davon 68,9 als Zuschüsse und 122,6 als Kredite. Außerdem sind weitere 31 Milliarden aus dem sogenannten Ergänzungsfonds und 13,5 Milliarden aus dem Programm „React EU“ vorgesehen), begleitet von (falschen) Drohungen, die Hilfen nicht zu gewähren. Dies für einen Teil der Mittel, die für diese Wende erforderlich sind. Dann gibt es da noch den politischen Aspekt. Man muss auf jene Parteien und Bewegungen setzen, die in der allgemeinen Vorstellung am stärksten mit „grün“, „Ökologie“ und „Umweltschutz“ in Verbindung gebracht werden. Nämlich die Grünen. Und wie garniert man diese Entscheidung auf der internationalen Welle der Political Correctness? Ist doch logisch! Mit einer weiblichen Kanzlerkandidatin für die kommenden Wahlen im September: Annalena Baerbock, 40 Jahre reine Unerfahrenheit und Substanzlosigkeit. Die ideale Kandidatin, um genau jene junge oder jung gebliebene Wählerschaft mitzureißen, die bei den Leuten so gut ankommt. Alles „green“, spirituell, innovativ und, warum nicht?, digital. Ja, denn die Zukunft verläuft über die Bytes, oder besser gesagt über die Yobibytes (2^80) an Daten, die im Netz zirkulieren und immer mehr zirkulieren werden. Ein Berg an Daten, der so viel Gold wert ist, wie seine immense Masse groß ist. Und um das zu erreichen, will Deutschland durch den Bau von Quanten-Supercomputern (die in der Lage sind, Berechnungen, für die die schnellsten Computer der Welt 10.000 Jahre bräuchten, in etwa 3 Minuten und 20 Sekunden zu lösen) mit der Zeit gehen und zu seinen amerikanischen und chinesischen wirtschaftlichen Konkurrenten aufschließen. Eine solche Rechenleistung lässt sich auf unzählige Bereiche anwenden, vom rein kommerziellen bis zum militärischen, vom Finanzsektor bis zur reinen Forschung. Insbesondere der medizinische Bereich wird davon profitieren.

 

Widerstehen, oder doch nicht! Resilieren!

Beim Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (ein Begriff, der in letzter Zeit nicht zufällig so oft verwendet wird), der in sechs „Missionen“, also Bereiche auf Italienisch, unterteilt ist, ist das Kapitel „Gesundheitswesen“ oder „Gesundheit“ (auch hier ist die Änderung nicht zufällig) dasjenige, dem das kleinste Stück vom Kuchen der Mittel zugeteilt wurde, die aus Europa „eintreffen“ werden (nur 15,6 Milliarden aus dem PNRR + 1,71 aus React EU + 2,89 Mrd. aus dem Ergänzungsfonds). Wie bitte? Befinden wir uns nicht in einem weltweiten pandemischen Notstand? Da wir uns doch (zu Recht) so sehr über den Mangel an Intensivbetten in unseren Krankenhäusern beschwert haben, warum hat man in über einem Jahr nicht dafür gesorgt, sie aufzustocken? Ah, richtig! Man hat ja Rollschreibtische gekauft, die waren wirklich notwendig! Außerdem haben unsere Regierungen (zuerst Conte und jetzt Draghi), falls Sie es nicht wussten, bis heute keinen einzigen Euro für die Erforschung von Covid-19 in unserem Land bereitgestellt, der „größten Pandemie, an die sich die Menschheitsgeschichte erinnert“… Und doch werden wir, wie gesagt, von morgens bis abends mit ständigen Botschaften bombardiert, die uns daran erinnern, wie gefährlich das „Virus“ ist, wie wichtig es ist, dass wir weiterhin „sozialen“ Abstand halten, und dass wir „verantwortungsvoll“ sein müssen, um nicht diese zwei Krümel an Freiheit zu ruinieren, die uns gewährt wurden. Ein kleiner Einschub: Falls Sie es nicht wussten, die WHO hat den Ländern, die die Impfkampagne massiv vorantreiben, empfohlen, die Anzahl der Zyklen (so nennt man das), die durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob ein Abstrich positiv oder negativ ist, zu senken (unter zwanzig, denn darüber hinaus findet man alles Mögliche). Das Resultat des Rückgangs der Infektionen ist also nicht auf die geringere Ausbreitung des Virus durch die Wirksamkeit der Impfstoffe zurückzuführen, sondern einfach darauf, dass die Analysen (die ohnehin nicht geeignet sind, eine solche Art von Positivität zu diagnostizieren) nun korrekter durchgeführt werden. Um auf den PNRR zurückzukommen, die umfangreichsten Finanzierungskapitel sind – raten Sie mal – folgenden Bereichen zugewiesen: Digitalisierung, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Kultur (40,32 Milliarden aus dem PNRR + 0,8 Milliarden aus React-EU + 8,74 aus dem Ergänzungsfonds); grüne Revolution und ökologische Wende (59,47 Milliarden aus dem PNRR + 1,31 aus React-EU + 9,16 aus dem Ergänzungsfonds); Infrastruktur für eine nachhaltige Mobilität (25,4 Mrd. aus dem PNRR + 6,06 aus dem Ergänzungsfonds); Bildung und Forschung (30,88 Milliarden aus dem PNRR + 1,93 Mrd. aus React-EU + 1 Milliarde aus dem Ergänzungsfonds); Inklusion und Soziales (19,81 Mrd. aus dem PNRR + 7,25 aus React-EU + 2,77 aus dem Ergänzungsfonds). Somit stehen, wie in Deutschland, „Digitalisierung“, „grüne Revolution“ und „ökologische Wende“ an erster Stelle. Ein Zufall? Das glaube ich kaum. Was ich im Gegenteil glaube, ist, dass es exakt das ist, was die wirtschaftlich hegemoniale Klasse, die sogenannten „starken Mächte“, seit Beginn dieser immensen Pantomime im Sinn hatte. Das Virus ist offensichtlich ein Mittel, um Wirtschaft und Gesellschaft radikal zu verändern. Ist das eine Covid vorbei, macht man ein neues – um ein altes römisches Sprichwort über Päpste abzuwandeln. Die „Pandemie“ ist eine Methode, um den gewünschten Wandel herbeizuführen, und kann daher nach Belieben eingesetzt werden. Zumindest solange die Leute dem aktuellen Narrativ weiterhin Glauben schenken, auch wenn dieses offensichtlich an allen Ecken und Enden leckt. Die Angst, sein Leben zu verlieren, ist der Motor dieses ganzen Narrativs, und aus lauter Angst, es zu verlieren, merkt man gar nicht, dass man de facto gar nicht mehr lebt.

 

Ihr medizinischer Roboter

Ich schließe diesen langen Artikel mit einer letzten Überlegung. Eine der Hauptkomponenten der „Digitalisierung“ ist genau diejenige, die mit der Gesundheit verknüpft ist. Letztere, oder besser gesagt das Gesundheitswesen (ein viel weiter gefasster Begriff als der, der in den letzten Jahren verwendet wurde – ich wiederhole: nicht zufällig), ist ein überaus mächtiges Mittel zur Kontrolle der Massen. Und das nicht nur, weil Krankheit der Natur des Menschen innewohnt, sondern auch, weil man durch die Medizin das Schicksal eines Individuums sowohl im positiven als auch im negativen Sinne bestimmen kann. Zudem kann man die Massen in Richtung bestimmter Verhaltensweisen lenken, sei es durch Reflexreaktionen oder durch Methoden der physischen Interaktion mit dem Menschen. In diesem Zusammenhang wird die sogenannte „Telemedizin“ in der nunmehr nahen Zukunft immer mehr an Boden gewinnen. Es werden telematische Zentralen geschaffen, die die Patienten ständig zu Hause überwachen, und die Interaktion mit Smartphones wird immer offensichtlicher werden. In der Praxis wird es eine totale Informatisierung unseres Gesundheitszustands und unseres Lebens im Allgemeinen geben, bei der Ihr Arzt ein Computerprogramm oder ein Roboterarzt sein wird. Millionen von Daten, wie ich zuvor erwähnte, die echtes Gold sein werden – sowohl für die Eliten, die über die technologischen und finanziellen Mittel verfügen, um all dies zu tun, als auch für ihre Unternehmen, von denen mittlerweile die gesamte Menschheit abhängig ist. Neben der Kontrolle also auch der Profit. Das „Internet der Dinge“, für das 5G erforderlich ist (man spricht bereits von 6G und mehr), ist keine „coole Sache“, es ist das Ende der Selbstbestimmung. Sie werden 24 Stunden am Tag mit dem Netz verbunden sein, und diese Milliarden von Daten werden eben durch Quantencomputer kontrolliert werden. Mit der Digitalisierung können Sie die Privatsphäre vergessen, die Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit vergessen, das Leben, wie Sie es bis heute gekannt haben, vergessen. Willkommen in der neuen, ökologischen, nachhaltigen und digitalen Welt. Der besten aller möglichen Welten.

Die andere Seite des Mondes

Die andere Seite des Mondes

Ich möchte eine Lanze für die jüngeren Generationen brechen. Insbesondere beziehe ich mich dabei weniger auf die der Zwanzigjährigen oder noch Jüngeren, sondern vielmehr auf die der 30- bis 40-Jährigen, die sogenannten Millennials. Das ist, das schicke ich voraus, eher ungewöhnlich für mich, da ich sie für eine unvorbereitete Generation halte, die oft ungebildet ist – auch wenn sie den Anschein des Gegenteils erwecken will – und sehr anmaßend auftritt. Erschwerend kommt für diese Kritik hinzu, dass ein Großteil derjenigen, die ihr angehören, heute unsere „Führungsklasse“ auf allen Ebenen und in allen Bereichen bildet. Nachdem das gesagt ist, erkläre ich den Grund für diesen meinen scheinbaren Sinneswandel. In Wirklichkeit sind diese Generationen diejenigen, die um den Fall der Berliner Mauer herum geboren wurden, die mit dem Mythos des vereinten Europas und des „ewigen Friedens“ aufgewachsen sind (wie auch wir einst geglaubt hatten). Im Gegensatz zu den vor dieser Zeit Geborenen wurden sie jedoch an Schulen und Universitäten erzogen, die eigens für sie konzipiert wurden, mit einem neuen Bildungssystem, das Hand in Hand mit dem neo-liberalen Wirtschaftsdenken einherging. Und genau Letzteres, der Neoliberalismus, hat ein gigantisches Werk der Mystifizierung der Realität zum Ge- und Verbrauch der neuen Generationen auf die Beine gestellt, indem er gewaltige Mittel einsetzte und die zuvor existierende Realität systematisch dekonstruierte – so sehr, dass sie sogar denjenigen fremd gemacht wurde, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen hatten, sie zu erschaffen oder zumindest zu leben. Aber der Reihe nach, um zu verstehen, wie das im Laufe der Zeit geschehen ist.

 

Die Schule

Dieses Werk der Dekonstruktion nahm seinen Ausgang beim Bildungssystem, der öffentlichen Schule, das systematisch zerstört wurde, sowohl was die Mittel als auch was die Lehrmethoden betrifft. Es wurde ständig eine Kampagne geführt, die darauf abzielte, die Rolle des öffentlichen Sektors zu verunglimpfen (wie auch bei den übrigen staatlichen Tätigkeiten) und über gefällige oder schlichtweg oberflächliche Medien die Botschaft zu verbreiten, das Private sei besser, effizienter und „zeitgemäßer“. Dies geschah sowohl im Bereich der Schule als auch der Universität. An letzterer gab es eine schwache Protestbewegung namens „La Pantera“ (die dann, wie üblich auf „italienische Art“, völlig im Sande verlief), die sich gegen die Reformen richtete, die der damalige Minister Antonio Ruberti einführen wollte (Dezember 1989). Diese Reformen sahen unter anderem die private Finanzierung der Forschung und den Einzug von Unternehmen in die Verwaltungsräte der Universitäten vor. Praktisch der Beginn der Privatisierung der Universitäten. Abgesehen von einigen Änderungsanträgen zum Gesetz, die Ruberti zugestand, nahm die Privatisierung ihren Lauf. Den gleichen Prozess machten die Schulen durch. Vor allem mit der vom Minister Luigi Berlinguer gewollten Reform (1996-98), die durch spätere Änderungen anderer Regierungen die Schule zu einer Filiale der Unternehmen degradierte. Der Prozess der „Vermarktlichung“ wurde von Pietro Ratto, insbesondere in diesem Interview, gut erklärt. Gleichzeitig legte man Hand an die Lehrpläne und versuchte mehrfach, das Studium von Latein, Griechisch und Philosophie abzuschaffen, was glücklicherweise nicht gelang. Natürlich ist es kein Zufall, dass man dies wiederholt versuchte, denn es sind Fächer, die zum Denken und zur Problematisierung des Bestehenden anregen – etwas, das die Neue Weltordnung aus offensichtlichen Gründen nicht will. Stattdessen wurden beim Geschichtsunterricht erhebliche Kürzungen vorgenommen, denn man muss die Vergangenheit „vergessen“, um in einer ewigen Gegenwart ohne Gedächtnis zu leben (außer für „Faschismen“ und verschiedene „-ismen“, die frei erfunden wurden, weil sie nützlich sind, um diejenigen zu stigmatisieren, die nicht so denken, wie es der Mainstream verlangt). Nach und nach wurden die Lehrpläne geändert, und die Schulen sowie die Universitäten wurden zunehmend in Unternehmen verwandelt, die ihre Bilanzen ausgleichen müssen. Schulleiter wurden zu Buchhaltern, und die staatlichen Mittel variieren je nach Anzahl der Schüler, die die Einrichtungen besuchen. Aus diesem Grund hat sich in den Schulen allmählich die Unsitte breitgemacht, nicht mehr so oft sitzen zu lassen, um den drohenden Schülerschwund zu vermeiden. Es kam sogar zu regelrechten Fällen von Mobbing und Schikane gegenüber Lehrkräften, sowohl seitens der Schüler als auch deren Eltern. Die Schule, einst ein Ort der Bildung (auch wenn sie in vielerlei Hinsicht kritikwürdig war), wurde kontinuierlich ihrer Inhalte und ihrer erzieherischen Autorität beraubt, während man ihr gleichzeitig jede erdenkliche Schuld am Verhalten der Schüler zuschob. Die Universität, in die private Akteure massiv eingedrungen sind, steht dem in nichts nach. Die Forschung wird gedemütigt, und es wurden zulassungsbeschränkte Fakultäten (Numerus clausus) eingerichtet, wo der Zugang einst frei war. Die Lehrpläne wurden vereinfacht – teils, weil nur noch die gewünschten erzieherischen Botschaften vermittelt werden sollen (es gibt äußerst wertvolle Lehrbücher, die absichtlich durch neu geschriebene ersetzt wurden), teils, weil die „neuen“ Studenten oft nicht mehr in der Lage sind, die Texte zu verstehen, die einst für die Lehrpläne der Dozenten der „alten Garde“ verwendet wurden. Davon konnte ich mich bereits am Ende meines Universitätsstudiums selbst überzeugen. Die Universitäten haben, als die sogenannten „Barone“ in den Ruhestand gingen (die das zwar gewesen sein mögen, aber oft dennoch Dozenten von Format und Qualität waren), den Lehrkörper durch deren Kofferträger ersetzt, oder durch „neue“ Leute, die im Fahrwasser der neuen herrschenden Ideologie ausgebildet wurden. Natürlich kann man das nicht zu hundert Prozent verallgemeinern, aber zu einem großen Teil ist das zweifellos zutreffend. Sehr kurz gefasst ist dies die schulische Bildung, die die „Jungen“ genossen haben, also diejenigen, die mit der Idee aufgewachsen sind, dass Europa eine Möglichkeit sei (als ob es diese vorher nicht gegeben hätte), zu reisen und sich mit speziellen Programmen wie Erasmus zu bilden – letzteres ein wahres, unantastbares Totem für viele von ihnen. Ich habe persönlich eine Frau (von etwas über dreißig Jahren) kennengelernt, die ihren Sohn Erasmus (sic.) nannte und die das Mädchen, das sie in ihrem Bauch trug, Europa nennen wollte (zumindest sagte sie mir das). Der Grund war, dass sie ihren Mann genau durch dieses ach so schöne Universitäts-Austauschprogramm kennengelernt hatte. Das scheint mir ein mehr als triftiger Grund zu sein, um zwei Kindern das Leben zu ruinieren. Ein bisschen so, wie diejenigen, die in der Vergangenheit ihre Kinder „Palmiro“, „Bettino“ oder „Benito“ nannten.

 

Europa Europa, alle auf dem Weg zur Sonne der Zukunft

Die „etwas Älteren“ (diversamente giovani), so wie meine Wenigkeit, werden sich mit ziemlicher Sicherheit an ein schönes Fernsehprogramm auf Rai Uno erinnern, das von Michele Guardì, Giorgio Calabrese und Mario Di Tondo erdacht und von dem Duo Frizzi-Gardini moderiert wurde und „Europa Europa“ hieß (1988-1990, welch ein Zufall). Wem gefiel nicht die Idee der zumindest geistigen und kulturellen Vereinigung der europäischen Völker? Mir gefiel sie gewiss, und wie mir gefiel sie auch unzähligen anderen meiner Generation und auch den vorherigen. Schade nur, dass es sich um eine Illusion handelte und wir es nicht merkten. Auch mit Sendungen wie der soeben erwähnten wurde der Masse nach und nach die Idee eingepflanzt, Europa sei das gelobte Land. Niemand von uns, oder zumindest die meisten von uns, konnte ahnen, dass es in Wirklichkeit ein sorgfältig zubereitetes, vergiftetes Gericht war, das nur einen einzigen Gang vorsah: den wirtschaftlichen, durch den die Völker regiert werden sollten. Der auserkorene Koch? Deutschland, of course.

 

Bürgerrechte im Austausch für soziale Rechte

Der Mainstream, ob im Fernsehen, in den Zeitungen oder im Internet, hat die öffentliche Meinung jahrelang mit Botschaften bombardiert, die einerseits darauf abzielten, bestimmte Personengruppen wie Homosexuelle, die LGBT-Community und all jene, die von der Gesellschaft ungerechterweise gedemütigt und ausgegrenzt worden waren, salonfähig zu machen. Andererseits hat er die fortschreitende Gewährung von Bürgerrechten zugunsten dieser Gruppen nachdrücklich befürwortet, was in den allermeisten Fällen völlig gerechtfertigt ist. Man hat sich jedoch wohlweislich davor gehütet, hervorzuheben, dass all dies im Austausch für die sogenannten sozialen Rechte erlangt wurde, die mit jahrelangen harten Kämpfen und Auseinandersetzungen von den vorherigen Generationen errungen worden waren. In der Praxis wurde einerseits die Botschaft vermittelt, dass die Abschaffung beispielsweise des Artikels 18 des Arbeitnehmerstatuts (Statuto dei lavoratori) etwas Unausweichliches sei, da die Entwicklung der Wirtschaft in der heutigen Zeit einen „schlanken“ und „mobilen“ Arbeitsmarkt erfordere. Andererseits wurde, ebenfalls nur als Beispiel, gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf eine reguläre Eheschließung eingeräumt. Als ob dieses letztere, unantastbare Bürgerrecht in irgendeiner Weise ein Ausgleich für den auf sozialer Ebene begangenen Diebstahl wäre. All dies wurde geschickt orchestriert, mit Hilfe einer politischen Klasse, die im besten Fall unfähig, im schlimmsten Fall mitschuldig ist. Nun, man hat die jugendlichen Massen mobilisiert, um dieser Stimme Nachdruck zu verleihen, geschickt über Internetplattformen gesteuert, mit Solidaritätsbekundungen und Unterstützung für diese Zwecke, genau wie es auf internationaler Ebene bei den organisierten Demonstrationen zugunsten des „Arabischen Frühlings“ oder der „Orangen Revolution“ geschehen war. Schade, dass sich die jungen Leute nicht ebenso für den Erhalt der sozialen Rechte eingesetzt haben, die ihnen in den letzten Jahren kontinuierlich entzogen wurden, was ihre eigene Generation zu einer Masse von lebenslang Arbeitslosen und Prekären gemacht hat.

 

Greta, die „Gretins“, ohne zu vergessen… die „Sardinen“

Eine zerbrechliche und (daher) wankelmütige und leicht manipulierbare Generation. Dies ist das Ergebnis der kontinuierlichen Arbeit vieler internationaler Organisationen an den Jüngsten, indem sie über die sozialen Medien, die von uns allen mittlerweile umfassend genutzt werden, stetig Druck auf deren Gewissen ausüben. Es entstanden Umweltbewegungen wie jene der siebzehnjährigen Schwedin Greta Thunberg, einem Mädchen, das plötzlich ins internationale Rampenlicht rückte – genau dank der gewaltigen Werbetrommel, die die Medien auf der ganzen Welt für ihre Klimaproteste rührten, welche anfänglich vor dem Riksdag in Stockholm stattfanden. Ab Mitte August 2018 begann sie einen Schulstreik bis zu den schwedischen Wahlen im September, danach wurde daraus ein fester Termin an jedem Freitag, und so rief sie die Bewegung Fridays for Future ins Leben, der sich vor allem große Massen von Jugendlichen anzuschließen begannen. Letztere wurden zweifellos von guten Absichten geleitet (wer könnte schon sagen, dass Klimaschutz nicht wichtig sei?), aber war das „Phänomen Greta“ wirklich nur das Engagement eines unbekannten kleinen Mädchens, das plötzlich zu einem regelrechten Star wurde, der mit allem Pomp von Staatsoberhäuptern und religiösen Autoritäten empfangen wurde? Nur ein Naivling oder leicht manipulierbare Geister könnten das glauben. Dass hinter einem solchen Phänomen die große internationale Industrie stand, die „grüne“ Technologien herstellt, ist ziemlich intuitiv, auch wenn es nicht direkt beweisbar ist. Jetzt, dank des weltweiten erzwungenen Stillstands von Produktionsaktivitäten und Verkehrsmitteln, werden Sie sehen, dass man wegen des daraus resultierenden Rückgangs der Schadstoffpartikel in der Luft sagen wird: „Greta hatte recht“. Man wird sagen, dass alle Produktionstechnologien auf „Green“ umgestellt werden müssen, ohne jedoch zu erwähnen, dass diese oft die Umwelt noch mehr belasten als die traditionellen, wie im Fall der benötigten Energie und dem Problem des Mülls, der durch den Entsorgungsprozess der Batterien für Elektroautos entsteht. Wie dem auch sei, auf der emotionalen Welle der Botschaft der jungen Schwedin erlebten jene politischen Parteien, die sich auf die Idee einer umweltverträglichen Gesellschaft berufen, einen gewaltigen Aufschwung. Die Grünen, insbesondere in Deutschland, sind ein leuchtendes Beispiel dafür. Bei den Bundestagswahlen 2017 hatten sie gerade einmal 8,9 Prozent der Wählerstimmen erreicht. Nur zwei Jahre später, bei den Europawahlen, sprangen sie auf 20,5 Prozent und verdrängten die älteste Sozialdemokratie der Welt, die von der SPD vertreten wird (die auf 15,8 Prozent abstürzte), souverän vom zweiten Platz und nahmen faktisch deren Platz in den Präferenzen der Deutschen in einer hypothetischen neuen Regierungskoalition ein. Und raten Sie mal, wer mehrheitlich für die grüne Partei schlechthin gestimmt hat? Bien sûr, die jungen Leute in der Altersgruppe zwischen 25 und 40 Jahren. Was für eine große Überraschung!

 

Berlin, du bist so wunderbar

Besondere Aufmerksamkeit in Bezug auf das deutsche Jugendphänomen sollte der Stadt Berlin gewidmet werden, die in dieser Hinsicht ein regelrechtes soziales Experiment darstellt (ebenso wie Italien meiner Meinung nach ein Experiment für Massenphänomene ist, die auf emotionalen, sehr instinktiven und keineswegs rationalen Faktoren beruhen). Die deutsche Hauptstadt ist nämlich (nicht zufällig) ein Magnet für junge Menschen aus aller Welt. Um ehrlich zu sein, ist sie das schon lange und aus zwei sehr genauen historischen Gründen. Der erste ist, dass Berlin seit dem späten 19. Jahrhundert immer als „freizügige“ Stadt mit lockeren Sitten galt. Der zweite ist, dass die Mauer im Westteil einen ganz besonderen Mikrokosmos schuf. Angesichts der Isolation innerhalb der ehemaligen DDR wollten nur junge Leute und Aussteiger in der Enklave leben. Dies im Austausch für erhebliche wirtschaftliche Vorteile und einen großen Freiheitsspielraum, der der impliziten Komplizenschaft der Regierungen der BRD (Bundesrepublik Deutschland) zu verdanken war, die das nicht unwesentliche Problem hatten, eine Stadt „lebendig“ zu erhalten, in die kein Deutscher ziehen wollte. Daher drückte man angesichts offensichtlicher „Anomalien“ im Rahmen der staatlichen Vorschriften ein Auge – oder auch beide – zu und fütterte West-Berlin genau für diesen „sozialen“ Zweck mit einem wahren Strom von Geld und Drogen. Kurzum, Freiheit in Hülle und Fülle, in jeder Hinsicht, was „Freigeister“ aus allen Teilen der Welt anzog. All dies schuf den „Mythos“ Berlin, den die willfährigen Medien auch nach dem Fall der Mauer weiter verstärkten, als die Dinge anfingen, sich in der Realität nicht unwesentlich zu ändern (außer bei den Drogen). Aber das reicht. Berlin ist in der kollektiven Vorstellung die Stadt des „Möglichen“ geblieben, wo alles erlaubt ist und Transgression an der Tagesordnung steht. Was sicherlich, zumindest teilweise, immer noch stimmt. Was nicht mehr stimmt, ist die Tatsache, dass es das Schlaraffenland ist. Ganz im Gegenteil… Nichtsdestotrotz bleibt es aus den oben genannten Gründen ein unwiderstehlicher Anziehungspunkt für junge Menschen, die davon angezogen werden wie Bienen vom Honig, wobei sie Multikulturalismus (Multi-Kulti) mit Egalitarismus verwechseln. Es ist nicht wahr, dass wir alle gleich sind; wenn überhaupt, haben wir die gleichen Rechte, in einem Rechtsstaat, aber jeder mit seinen eigenen Merkmalen und Fähigkeiten, die uns zu einzigartigen und unwiederholbaren Individuen machen. Für diese Jugendlichen ist die offene Gesellschaft im Sinne Poppers ein weiteres Totem, ohne zu begreifen, dass Kosmopolitismus etwas ganz anderes ist als Gleichmacherei, und dass Unterschiede vielmehr bewahrt und nicht im Namen einer heuchlerischen Willkommenskultur (wie man in anderen Zeiten gesagt hätte) ausgelöscht werden sollten. Betrachtet man die offiziellen Statistiken, so ist der höchste Prozentsatz der Berliner Einwohner genau die Generation zwischen 25 und 45 Jahren, also genau die „Millennials“, von denen zu Beginn dieses langen Artikels die Rede war. Welches bessere soziale Experimentierfeld könnte man für jemanden finden, der die Beeinflussbarkeit, wenn nicht gar die Manipulierbarkeit, einer Jugendgruppe „testen“ möchte, die im Laufe der Zeit durch Botschaften sozialer Empathie und zivilgesellschaftlicher oder ökologischer Themen „sensibilisiert“ wurde? Und es ist ebenfalls kein Zufall, dass der größte Teil der Wählerschaft der Grünen genau aus dieser Altersgruppe stammt. Ein winziges separates Kapitel sind die in Deutschland, insbesondere in der Hauptstadt, anwesenden jungen Italiener. Ich enthalte mich eines Kommentars zu bestimmten Personen, die ich zwischen „Influencern“ und Nicht-Influencern nennen könnte, um gnädig den Mantel des Schweigens über Menschen zu breiten, die von einer ekelerregenden Besserwisserei, in ihren „Ideen“ widersprüchlich und von einer abgründigen Unwissenheit sind, sowohl im technischen Sinne des Wortes als auch darüber hinaus.

 

Anti-… irgendwas und Sardinen in Hülle und Fülle

Die Bewegung von Greta ist nicht die einzige, die die jüngeren Generationen in Bewegung gesetzt hat. Kürzlich gab es in Italien nämlich die der sogenannten „Sardinen“ (Sardine). „Spontan-gesteuert“ (spintaneamente – nein, das ist kein Rechtschreibfehler) entstanden, manifestierte sie sich als ein Hauch gegen den bösen Oger, den „Bocio“ (wie man in Rom sagt), den Antichristen der italienischen Politik, nämlich Matteo Salvini, ehemaliger Innenminister und politischer Führer der Lega. Hinweis an die Leser: Ich bin kein Anhänger der Lega, war es nie und werde es nie sein. Etwaige Polemiken oder Etiketten, die man mir anheften möchte (wie es bereits geschehen ist), würden daher den Kern der von mir aufgeworfenen Frage völlig verfehlen und sind reine Zeitverschwendung. Mein persönliches politisches Urteil über die betreffende Person, obwohl es ebenso negativ ausfällt wie gegenüber allen anderen bedeutenden politischen Führern unseres unglückseligen Landes, ist für diesen Diskurs nicht relevant. Das Thema sind nämlich nicht Salvini oder Meloni, sondern vielmehr die Ideen, die hinter denen stehen, die sie bekämpfen möchten. Nämlich das absolute Nichts. Ich persönlich glaube, dass diese „Bewegung“ und jene vier unbedeutenden Figürchen, die von unseren heimischen, der Macht schmeichelnden Medien ins Rampenlicht gerückt wurden, die Frucht einer internationalen Finanzelite sind. Einer Elite, die sehr wohl begriffen hat, dass die Parteien – insbesondere die PD –, die bisher sozusagen den Karren der als „linke“ Werte getarnten neoliberalen Botschaft gezogen haben, ein von jahrelangen wirtschaftlichen Schikanen und intellektuellen Betrügereien erschöpftes Volk nicht mehr so leicht hinters Licht führen können wie einst. Der Magen hat keine Ohren, sagte Cato der Zensor. Wenn man den Bogen überspannt, riskiert man, dass er endgültig reißt. Und die Antiphon, die von den Parteien im Dienste des großen internationalen Kapitals gesungen wird, hat fast das Ende ihres Zyklus erreicht, nachdem auch der Bluff der Fünf Sterne (eine am runden Tisch geschaffene Partei, um die Wut der Menschen zu zügeln) ans Licht gekommen ist. Was ist also zu tun? Und hier ist das Kaninchen, das aus dem Hut des weisen Vaters des Vaterlandes (eines von vielen), Romano Prodi, gezaubert wurde – dem Architekten, der zweimal Berlusconis Niederlage herbeiführte (des anderen „Bocio“, der in der Vergangenheit von der besagten „linken“ Partei besiegt wurde). Wenn die Parteien keine Zugkraft mehr haben, setzen wir auf die Jugend als Zugpferd. Et voilà, da werden vier Dreißigjährige hervorgeholt, angeführt von Mattia Santori, von bösen Zungen „Locken mit Nichts darunter“ genannt. Diese haben sich anlässlich der letzten Regionalwahlen, allen voran jener der letzten PD-Hochburg, der Emilia Romagna, mächtig ins Zeug gelegt, um ein eingeschlafenes „linkes“ Volk zusammenzutrommeln, das von den kaputten Parteisirenen kaum noch angezogen zu sein scheint (eine weitere Generation von 30- bis 50-Jährigen, die eigens dafür herangezogen wurde, um den Platz der alten PCI-Führung einzunehmen, die mittlerweile nur noch eine sehr blasse Erinnerung von wenigen ist). Es wurde eine unglaubliche Medienkampagne von unseren gefälligen Medien gefahren. Die Vier Apokalyptischen Reiter wurden überall eingeladen, als wären sie große Politikexperten, nur um dann unglaubliche Ausrutscher zu begehen, wie das berühmte Foto mit Luciano Benetton und Oliviero Toscani. Fast in Vergessenheit geraten, wurden sie kürzlich – welch ein Zufall – von Lilli Gruber in einer Folge von Otto e mezzo wieder ausgegraben. Man bereitet sich auf die Zeit nach dem Coronavirus vor. Es wird nötig sein, angesichts der vor allem wirtschaftlichen Entwicklung, die unser Land nach den gelinde gesagt unheilvollen Entscheidungen der derzeitigen Regierung von „Giuseppi“ nimmt. Eine kleine Perle von Santori war die tolle Idee einer „horizontalen Vermögenssteuer, garantiert durch die Regierung“. Das heißt so viel wie: Wenig Ideen, aber diese dafür konfus. Die Idee einer Vermögenssteuer wurde jedoch auch von einem anderen Paladin des neuen „linken“ Denkens wieder hervorgeholt, nämlich von dem Genie der italienischen Gastro-Philosophie Oskar Farinetti (einem großen Freund des líder máximo Matteo Renzi, der mittlerweile an Zustimmung verliert, aber ein großer politischer Stratege ist). Zusammenfassend: Sie haben Individuen mit fragiler Psyche geschmiedet (viele Jugendliche sind gezwungen, auf psychotherapeutische Behandlung zurückzugreifen), die wenig daran gewöhnt sind, die Realität zu hinterfragen, und denen man ein Handy in die Hand gedrückt hat (um ehrlich zu sein, hat man es uns allen in die Hand gedrückt), über das sie täglich Impulse senden, die sie in bestimmte Richtungen lenken. Ein gigantischer Test von pawlowscher Dimension. Kurzum, ein schönes Bild, das sich aus einer Untersuchung der Generation ergibt, die unsere Welt in dieser Zeit der Pandemien – ob fingiert oder nicht – führen soll. Die Lanze, von der ich anfangs sagte, ich wolle sie für diese Jugendlichen brechen, richtet sich in der Tat nicht an die Mehrheit. Wenn überhaupt, richtet sie sich an eine kleine Minderheit, die Teil davon ist und die sich zumindest ein wenig bemüht, die sie umgebende Realität zu verstehen, abseits des vorgekauten Hochamts und der vorgefertigten Fertiggerichte, die man ihr serviert hat. Sie versucht es, auch wenn sie oft (aber nicht immer) nicht über alle geeigneten kulturellen Mittel verfügt. Es sind Menschen, die sich zumindest anstrengen, über das Offensichtliche hinauszublicken, und die sich nicht mit dem Mainstream-Narrativ und dem entsprechenden Bombardement, dem sie täglich ausgesetzt sind, zufrieden geben. Sie sind neugierig, sie suchen. Auch danach, die andere Seite des Mondes zu sehen. Sie sind die einzige Hoffnung, die uns noch bleibt.

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Everybody lies